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Neue Welle der Aufklärung Spiegelbild. Eine Welle der Empörung rauscht durch den Buchmarkt. Ein Werk ragt heraus: Weil es uns den Unsinn unseres Lebens vor Augen führt. von PETER GNAIGER |
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Am Anfang war das Feuer - das Feuer des 94jährigen ehemaligen französischen Resistance-Kämpfers Stephane Hessel. Er veröffenttichte 2010 die Streitschrift "Empört euch". Hessel sagt, er habe eben nicht verstanden, dass heute zwar so viel Geld wie noch nie im Umlauf sei und trotzdem immer weniger davon für Bildung, sozial Schwache und Kultur zur Verfügung stehe. Seine Forderung: Das Interesse der Allgemeinheit muss über dem Interesse des Einzelnen stehen. Die gerechte Verteilung der Früchte der Arbeit soll wichtiger sein als die Macht des Geldes. Noch vor zwei Jahren wäre er für so einen Satz als ewiggestriger Sozialromantiker belächelt worden. Heute gilt er als Revolutionär: Sein bis heute in 22 Sprachen erschienenes Werk fand bereits zwei Millionen Käufer. "Schon unsere Kinder gehen in der Masse auf." Eugen M. Schulak, Philosoph Die Welle der Empörung rauscht in diesen Tagen auch durch den österreichischen Buchmarkt. Eine Streitschrift nach der anderen wird präsentiert. Den Anfang machte Anneliese Rohrer mit ihrem Aufruf zum "Ende des Gehorsams". Eben erschien auch das brillante Pamphlet des Salzburger Ex-Politikers Wolfgang Radlegger. Er wolle mit seinem Buch "Vom Widerstand zum Stillstand - Zeit zum Wandel" die Politik wachrütteln, ehe es zu spät sei, sagt er im SN-Gegpräch. Das Wort als Waffe: Die "Empörungswelle" reicht zurück bis Voltaire.
"Bestellen Sie Ihren Garten so wie in Voltaires 'Candide'," empfehlen die Autoren. Auch in diesem 1759 erschienenen Werk muss der Protagonist erfahren, dass die Vorstellung, in der besten aller Welten zu leben, bloß ein Märchen war. |
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