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Philosophisches Wissen für knallharte Manager
Eugen Maria Schulak verdient sich seinen Lebensunterhalt als Philosoph.
von STEFAN MEY
Nur jene Produkte finden nämlich einen Markt und Absatz, die Menschen glücklich machen und folglich einen Wert für sie haben. Ein Beispiel: Seife. Die Menschen waschen sich, weil Unternehmer eine Möglichkeit gefunden haben, billige Seife zu produzieren. "Die Leute", so Schulak, "waschen sich also nicht deshalb, weil es Gesetze gibt, sondern die Produktion einer billigen Seife führt zu diesem zivilisatorischen Akt". Unternehmen können nur dann Profite machen, wenn sie Bedürfnisse bedienen und Menschen helfen. Nicht zu unterschätzen ist die Macht der Konsumenten: "Jeder Euro ist ein Stimmzettel", sagt Schulak. Wer ein Produkt kauft, der möchte, dass dieses Produkt im Regal nachgefüllt wird und unterstützt daher die jeweilige Branche. Die Wirtschaft würde so weniger über Gesetze geregelt, sondern über das Kaufverhalten der Konsumenten. Schulak: "Das Unternehmen ist der Steuermann, der Konsument jedoch ist Kapitän". Doch laut Schulak sind sich nur wenige Konsumenten ihrer Kapitänsrolle bewusst. Er meint damit durchaus auch jene NGO´s, die sich einerseits gegen den Klimawandel einsetzen, andererseits aber nach Thailand auf Urlaub fliegen. Sicher sei eine Einschätzung wegen der Komplexität des Marktes nicht immer leicht; aber bei manchen Dingen glaubt Schulak an das Potenzial mündiger Kosumenten: "Ich lasse mir meine Möbel vom Tischler in meiner Gasse machen, weil ich möchte, dass es mehr Tischler gibt", sagt er. Für Philosophie und Ethik-Diskussionen sieht Schulak derzeit einen großen Markt. Die politische und gesellschaftliche Dominanz der 68er-Generation habe es mit sich gebracht, dass verbindliche Normen im Schwinden seien und sich kaum noch jemand an christlichen Werten orientiert. Politik sei als Wertelieferant schlichtweg nicht glaubwürdig genug. Als Resultat "wachsen NGO´s wie die Schwammerln aus dem Boden", machen ihre eigenen Ethik-Definitionen und versuchen diese anderen aufzuzwingen. "Für die meisten NGO´s sind Unternehmen per se Feindbilder", sagt Schulak. Manager und Unternehmer müssten auf dieses zunehmend wirtschaftsfeindliche Denken entsprechend reagieren und auch handeln. |